Wir sind keine ausgewiesenen Fachleute für Meeressäuger und werden daher keine dezidierte Bewertung oder Empfehlung der traurigen Strandung des Buckelwals “Timmy” (oder “Hope oder “Finn“) in der Ostsee abgeben.
Es ist aber unsere Aufgabe, immer darauf hinzuweisen, welche massiven Folgen einige Eingriffe des Menschen für die Meere vor unserer Haustür haben: Jedes Jahr kommen tausende Fische und Meeressäugetiere durch Fischereinetze in Nord- und Ostsee ums Leben.
Säugetiere müssen regelmäßig zum Atmen auftauchen – verfangen sie sich in Stellnetzen, ertrinken sie buchstäblich. Grundschleppnetze zerstören die Böden mit ihren Tieren und Pflanzen und hinterlassen biologisch funktionslose Wüste. Und Geisternetze treiben überall hin, werden von Fischen, Walen, Seerobben und Wasservögeln wie zB. Kormoranen geschluckt und führen zum Verhungern trotz vollen Magens oder zur Blockade der Essensaufnahme. Dolly Ropes und Teile der Netze werden von Wasservögeln wie zB. Basstölpeln als Nistmaterial zweckentfremdet, was zu Verstrickungen der Küken führt: So nennt man das Strangulieren der kleinen nach dem Schlüpfen im reißfesten Fadenmaterial.
ElasmOcean fordert daher immer schon ein vollumfängliches Verbot der
Grundschleppnetzfischerei und der Stellnetzfischerei – nicht nur in Schutzgebieten, sondern in der gesamten Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ, engl. EEZ) Deutschlands in der Nord- und Ostsee.
Die immer wieder vorgebrachten Argumente gefährdeter Arbeitsplätze oder der „Tradition“ können wir nicht akzeptieren. Die Auswirkungen der Naturzerstörung betreffen alle Europäer, sodass für die Arbeitsplätze soziale Lösungen gefunden werden müssen, damit wir künftig viele unserer “Lebenstraditionen” weiter ausleben können und nicht nur in Museen und Erinnerungen behalten.