

der Erderwärmung im Meer⁴
Säuregehalt seit Industrialisierung⁵
Sauerstoff aus dem Ozean⁶
Der Meeresspiegel steigt – na und?
Wenn das mal alles wäre. Ein Einstieg.
Während die Ursache der Klimakrise in der Luft stattfindet, betreffen deren Auswirkungen mit ihrer Wärme die Erdoberfläche.
Dürre, Hitzeperioden, Waldbrände - drei der vier antiken Elemente sind in der Diskussion seit Jahren im Fokus. Das vierte Element, Wasser, wird allenfalls in einer Hinsicht angesprochen: Der Meeresspiegel steigt. An den Polen schmelzen die Eisflächen ab, und das zusätzliche Wasser macht die Badewanne voller. Mehrere Meter könnte das Meer an den Küsten von Inseln und Kontinenten emporklettern, was dem Menschen (zu Recht) Angst macht.
Leider ist das nur ein Teil der Thematik „Klimakrise und Ozeane“. Der Rest ist nicht weniger gruselig, angsteinflößend und gravierend.
Wir möchten hier ein wenig mehr erzählen.
Zur Vollständigkeit: Das Ding mit dem Meeresspiegelanstieg
Die Sache klingt zunächst recht einfach. Man stelle sich einen kühlen Drink vor: oben schwimmen Eiswürfel, um die Flüssigkeit kühl zu halten. Anfangs braucht es diese eigentlich gar nicht, da man ja das Getränk selbst kühlen und gekühlt servieren könnte. Aber der durchschnittliche Trinker möchte es ja nicht in einem Zug kippen – sondern stellt es für eine Zeit in der Umgebungsluft ab oder hält es sogar in der Hand. Sofort wirkt der 2. Hauptsatz der Thermodynamik: der Temperaturausgleich vom wärmeren zum kälteren Bereich. Der Drink wird wärmer.
Der Eiswürfel hält den Drink kühl, weil zunächst Energie benötigt wird, um das Eis zu erwärmen und anschließend zu schmelzen. Diese Wärmeenergie wird dem Getränk und der Umgebung entzogen. Ähnliches geschieht beim Schmelzen von Eis in der Natur. Für den Phasenübergang von Eis zu Wasser wird Wärmeenergie aufgenommen. Eis im Meer kühlt also das Meer ab, wenn es schmilzt – und es wird geschmolzen, wenn das Wasser und die Luft wärmer sind als das Eis.
Hier muss man jetzt sauber differenzieren: es gibt Eismassen, die auf dem Land herumliegen (Inlandeis), und es gibt Eismassen, die auf dem Wasser schwimmen (Meereis).
Auf der Erde gibt es zwei massive Inlandeis-Ansammlungen: die Antarktis (die Landfläche um den Südpol der Erde, wo u.a. die Pinguine wohnen) mit knapp 90 % und Grönland mit 10 % - der Rest von nicht einmal einem Prozent fasst alle Gletscher zusammen (0,6 %). Zusammen sind es derzeit noch etwa 15 Millionen Quadratkilometer Landfläche, die von Inlandeis bedeckt sind.
Das Meereis bedeckt im Jahresmittel anderthalb mal so viel Fläche: 22,5 Millionen Quadratkilometer schwimmendes Eis gibt es etwa gleichermaßen im Bereich der Arktis (der Bereich um den Nordpol der Erde, wo u.a. die Eisbären wohnen) sowie rund um die Antarktis. In beiden Bereichen schwanken die Massen im Jahreszyklus erheblich – im Süden um 16 Millionen Quadratkilometer zwischen Sommer und Winter, im Norden um 10 Millionen Quadratkilometer. Diese Flächen schwimmen vollständig auf Meerwasser.
Eisbedeckte Landflächen werden hauptsächlich von der wärmer werdenden Luft angeschmolzen – das schmelzende Wasser fließt in das nächstliegende Meer. Hier kommt es in einer relativ kühlen Temperatur an, sodass diese ehemaligen Eismassen an der Erwärmung der Meere nicht relevant mitwirken, sondern sogar ein wenig gegensteuern. Aber: diese Wassermengen machen die Badewanne voller, so als ob man den Drink noch kühl nachschenkt.
Anders bei schmelzendem, schwimmendem Meereis: Wie ein schmelzender Eiswürfel den Drink nicht voller macht (was man meistens nicht bemerkt, da man ihn bis dahin ausgetrunken hat), so erhöht sich der Meeresspiegel durch schmelzende Eisberge nicht. Der Meeresspiegelanstieg erfolgt ausschließlich durch das Abschmelzen von Inlandeis.
Eigentlich heben sich die Massenunterschiede über das Jahr zwischen Nord- und Südpolregion auf – wenn im Norden im dortigen Sommer (März bis September) mehr Wasser wegschmilzt, ist im Süden Winter, und viel Meerwasser wird dort (abschneiend) zu Eis. Im nördlichen Winter (September bis März) dreht sich das Spiel um, sodass letztlich durch diese rhythmischen Zyklen im Jahresmittel keine Veränderung des Meeresspiegels eintritt. Das ändert sich, wenn Land-Eismassen dauerhaft wegschmelzen, also nicht im kommenden Winter neu entstehen. Dieser Effekt ist seit einigen Jahren verstärkt festzustellen und führt inzwischen zu Schätzungen, dass das Nordpolmeer bereits in den kommenden zwei Jahrzehnten sogar im polaren Winter eisfrei bleiben könnte. Und das hierdurch dauerhaft nicht mehr geschmolzene Wasser muss irgendwo sein: es bleibt in den Meeren, ohne zu frieren, als flüssiges Wasser eben. Und so wird die Badewanne voller. Hinzu tritt der Effekt, dass wärmeres Wasser mehr Volumen hat als kaltes – wird das Meerwasser um 1 °C wärmer, steigt der weltweite Meeresspiegel schon dadurch um etwa 25 cm bis 50 cm.
Die Höhe des gesamten Anstiegs des Meeresspiegels wird unterschiedlich berechnet. „Wenn alle 24 Millionen Kubikkilometer Eis, aus denen die Polkappen der Arktis und Antarktis, die Gletscher und alle Eisfelder bestehen, abschmelzen, erhöht sich der Meeresspiegel um mehr als 60 Meter.“, liest man sinngemäß häufig. Diese Zahl stimmt – würde aber auch bei unveränderter Fortsetzung unserer Lebensweise ("worst-case"-Szenario) erst in etwa 1.000 Jahren eintreten.
In den nächsten Jahrzehnten sind die Anstiegsprognosen deutlich geringer – aber man sollte auch kleinere Zahlen nicht unterschätzen. Die Berechnungen des IPCC gehen von 26 cm bis 78 cm Anstieg in den kommenden Jahrzehnten aus. Man könnte also meinen, dass mit einer Deicherhöhung um einen ganzen Meter eine ziemliche Weile auskäme. Das ist falsch: Im statistischen Mittel müssten alle Deiche um das 1,5-fache (stellenweise sogar bis zum doppelten) gegenüber dem mittleren Meeresspiegelanstieg erhöht werden, um das aktuelle Sicherheitsniveau zu halten [Quelle 2]. Wir müssten also alle Deiche um gut zwei Meter erhöhen – unfassbare Mengen an Erde und (klimakritisch produziertem) Beton würden hierfür gebraucht. Nicht zu unterschätzen.
Korallen reagieren z.B. empfindlich auf Wassertemperaturen über 30 °C und auf zu saures Wasser, das das Kalkskelett nicht nur von Korallen, sondern von allen Lebewesen mit kalkhaltigen Skeletten angreift. Neue Studien belegen, dass sogar die Haut und die Zähne von Haien durch das zu saure Wasser (zu niedriger pH-Wert) angegriffen wird und die Tiere leiden [Quellen 3 und 4].
Fazit
Die Meere sind durch die Klimakrise besonders bedroht – und letztlich stellen die Ozeane den fast wichtigsten Kipppunkt von allen dar: wenn die Ozeane als Kohlenstoffsenke versagen, wird ein viel größerer Anteil des weiterhin emittierten CO₂ allein in der Atmosphäre landen und den Klimaeffekt erhöhen – und wenn zugleich die Meereserwärmung sich nicht verstärken mag, bleibt die zusätzliche Sonnenenergie, die auf die Erde (treibhausverstärkt) wirkt, im Luft- und Landbereich. Wo wir Menschen versuchen zu leben.
Es gibt genügend Szenarien und Visionen, wie ungemütlich es dann werden kann. Lasst uns gemeinsam versuchen, sie zu vermeiden und unseren wunderbaren Planeten für uns überlebbar zu gestalten.
Ein paar Ideen dafür haben wir auf dieser Homepage zusammengefasst. Weitere Literatur auch im Literaturverzeichnis.
Ein Wort zum Abschluss: Das wissenschaftliche Gesamtwissen der Menschheit zu diesem Thema wächst täglich – man sagt, dass wohl nichts auf der Welt so ausführlich erforscht und wissenschaftlich belegt ist wie die Klimakrise.
Wir können also nur einen Ausschnitt liefern – verbunden mit einer Literaturempfehlung für die Vertiefung und Ergänzung. In den Quellen findet ihr ein paar Links zu Internetseiten [Quellen 15-22], bei denen mehr und meer zu finden ist (teilweise mit ausführlichem wissenschaftlichen Nachweiskompedium).




