Drei Jahre nach der erfolgreichen Europäischen Bürgerinitiative „Stop Finning – Stop the Trade“ bleibt der politische Einsatz für einen besseren Schutz von Haien in Europa ausbaufähig. Im Rahmen der EU Ocean Week kamen deshalb am 29. September Vertreter:innen aus Politik, Meeresschutz und Film im Europäischen Parlament in Brüssel zusammen, um über Maßnahmen im europäischen Haischutz zu diskutieren. Unter dem Titel „Shark Protection for Healthy Oceans“ hatten die Europaabgeordneten Manuela Ripa und Michal Wiezik gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Stop Finning“ sowie verschiedenen Partnerorganisationen zu der Veranstaltung eingeladen; auch ElasmOcean war vor Ort vertreten. Zu den Gästen gehörten außerdem der Filmemacher und Freund des Vereins Hannes Jaenicke sowie Joakim Odelberg, die sich seit vielen Jahren öffentlich für den Schutz von Haien einsetzen. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Stefanie Brendl von Shark Allies.

Im Mittelpunkt des Abends standen die ökologische Bedeutung von Haien, die ökologischen Folgen des internationalen Handels mit Haiflossen und die Rolle der Europäischen Union. Die Beteiligten machten deutlich, dass Haie wichtige Funktionen innerhalb mariner Ökosysteme übernehmen und ihr Schutz weit über den Erhalt einzelner Arten hinausgeht. Gleichzeitig wurde diskutiert, wie Handelsbeschränkungen dazu beitragen könnten, den Druck auf Haibestände zu reduzieren. Genau diese Verbindung zwischen Haiflossenhandel, Biodiversität und der Gesundheit der Meere war ein zentraler Punkt der Diskussion.

Mehr als 1,1 Millionen EU-Bürger:innen hatten die Initiative unterstützt und damit eine Befassung der europäischen Institutionen mit den Forderungen angestoßen. Seit der öffentlichen Anhörung im Europäischen Parlament im März 2023 sind mehr als drei Jahre vergangen. Die Initiative setzt sich weiterhin dafür ein, den Handel mit Haiflossen in der EU deutlich stärker einzuschränken. Im März 2026 reichte sie zudem eine Beschwerde beim Europäischen Bürgerbeauftragten ein, in der sie den bisherigen (Kaum-)Umgang der Europäischen Kommission mit der Initiative kritisiert.

Auch auf dem Podium wurde die Dauer politischer Prozesse thematisiert. Hannes Jaenicke verwies darauf, dass er als Nicht-Politiker nur schwer nachvollziehen könne, weshalb Maßnahmen, die in anderen Staaten bereits umgesetzt worden seien, auf europäischer Ebene einen derart langen Prozess durchlaufen. Manuela Ripa hob die Bedeutung Europäischer Bürgerinitiativen hervor: Sie können ein starkes Instrument demokratischer Beteiligung sein, ihre Wirkung hänge jedoch auch davon ab, ob die von den Bürger:innen eingebrachten Themen anschließend in konkrete politische Prozesse einfließen.

Für ElasmOcean zeigte der Abend damit zwei Seiten derselben Geschichte: Einerseits wird bei beinahe jedem Treffen mit den Beteiligten deutlich, wie langsam wichtige politischen Prozesse innerhalb der Europäischen Union voranschreiten. Andererseits kommen weiterhin Menschen aus Wissenschaft, Meeresschutz, Film und Politik zusammen, die an den Zielen der Initiative festhalten. Dass das Thema im Europäischen Parlament diskutiert wird und Abgeordnete den Austausch mit den beteiligten Organisationen suchen, zeigt, dass der Schutz von Haien weiterhin auf der politischen Agenda steht.

Deshalb werden auch wir dranbleiben und die Ziele von „Stop Finning“ weiter unterstützen, selbst wenn die Europäische Union auf dem Weg zu stärkeren Handelsbeschränkungen momentan eher die Geschwindigkeit eines Grönlandhais als die eines Kurzflossen-Makos an den Tag legt. Entscheidend ist, dass der Druck für einen wirksamen Schutz von Haien nicht nachlässt – und dafür steht ElasmOcean ein.

underwater photography of black fish

ElasmOcean auf der Interdive 2026

Die Tauchsportmesse Interdive fand vom 24. bis 27. September 2026 in Friedrichshafen am Bodensee statt.

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